Wiederaufbau Neues Museum Berlin – Schievelbeinfries

Konservierung und Restaurierung des Schievelbeinfrieses im Griechischen Hof

Der Untergang Pompejis“ inspiriert von einer gleichnamigen Romanvorlage Edward Bulwer-Lytton´s wurde von der Werkstatt Hermann Schievelbeins als dreiviertelplastischer Figurenfries in Stuckantragetechnik ausgeführt und 1851 fertiggestellt. Das mit einer Länge von ca. 65 Metern größte Einzelkunstwerk des Neuen Museums wurde durch die unmittelbaren Einwirkungen des Zweiten Weltkriegs und die Zerstörungen der mehr als vierzigjährigen Ruinenzeit erheblich in Substanz und Erscheinung geschädigt.

Die Restaurierung des Frieses erfolgte in mehreren Etappen unterbrochen von längeren Pausen, während derer turnusmäßige Revisionen Aufschluss über den Zustand gaben. Nach einer musterhaften Restaurierung der Figur der Luna im Jahre 1996, hatten die ersten Restaurierungsphasen 1997 – 1998 und 2001 – 2002 vor allem die Reinigung des Frieses sowie die Konsolidierung der Substanz zum Inhalt. Da der Griechische Hof zu dieser Zeit nur provisorisch überdacht war, mussten die Maßnahmen wie für ein frei bewittertes Objekt ausgelegt sein. Zahlreiche Fehlstellen und Splitterbrüche wurden durch sichernde Ergänzungen in spezieller Antragetechnik geschlossen bzw. überfangen. Die abschließende Restaurierungsphase von 2007 bis 2008 hatte vor allem die Beruhigung und Vereinheitlichung des bis dato ausgesprochen heterogenen Erscheinungsbildes zum Ziel. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Fries in dem mittlerweile witterungsgeschützten Griechischen Hof als vollständig durchkonserviert gelten. In diesem Zuge wurden die Oberflächenbearbeitungen sämtlicher Ergänzungen vereinheitlicht, gezielte weitere Ergänzungen ausgeführt und abschließend eine halbtransparente Kalktünche vollflächig aufgebracht.

Auftraggeber: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Berlin im Auftrag der Stiftung Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Ausführung: 1996 – 2008